„Freiwillige in Parks” international - Beispiele

Von der Loire auf die Insel Rügen

Martin Nouis, Landschaftsarchitekturstudent aus Blois unterstützte von April bis Mai 2008 tatkräftig die MitarbeiterInnen des Biosphärenreservates Südost-Rügen. Der 24jährige wurde durch das Internet auf das Biosphärenreservat aufmerksam. Neben der Chance seine Deutschkenntnisse mit einer studienbezogenen praktischen Tätigkeit verbessern zu können, trug die Möglichkeit, ein deutsches Biosphärenreservat und die Rügensche Landschaft kennen lernen zu können, wesentlich zu seiner Entscheidung für Südost-Rügen bei. Hier warteten vielfältige Aufgaben auf ihn: Amphibien- und Robbenmonitoring, Kartierung von Feldgehölzen und Kleingewässerufern, Reparatur von Besucherlenk- und -leiteinrichtungen und des Tastpfades vor dem Amtsgebäude. Gemeinsam mit einer estnischen Stipendiatin beobachtete und erfasste er die touristischen Aktivitäten auf der Having, einem vielfältig genutzten Boddengewässer. Eine Aktion, die ihm besonders viel Spaß machte, war das Pflanzen von Rotbuchen im Kiefernforst der Baaber Heide. „Buchenwälder sind für mich sehr beeindruckend. Deshalb helfe ich gern, diese Baumart zu pflanzen.“ erklärt der Franzose. Durch die Teilnahme an Exkursionen und Umweltbildungsaktionen erhielt er einen umfassenden Einblick in die Landschaftsökologie sowie die Landschafts- und kulturhistorische Geschichte der Region.

Martin Nouis:

"I'm studying landscape architecture in France, and I came for practice two month long in the Biosphereserve of Rügen. We are use to think that Germans are much better than us in ecology, so I was interested to see how it really works there. For that, a biosphere reserve was good, because it really shows how man can live as good as possible with nature. The worker of the biosphereserve where nice and always ready to answer my questions, or teach me about all different subjects (botanic, geology, ecology, nature managing,...). I learned a lot, and enjoyed the simple pleasure of being in the nature. I asked for Rügen because I wanted to rediscover the scandinaves landscapes. I really appreciated spring in the buchwalde. For the work I was bicycling in all parts of the reserve, making many different tasks. It is a realy enjoying experience for those who appreciate to be lonesome and love nature. I left at the end of May when lots of tourists where coming. I guess the face of the reserve is clearly different in July and August, overcrowded by tourists."

Infos zum Biosphärenreservat Südost-Rügen

     
(Quelle: Bild links: Kristina Brendler, Bild rechts: Axel Knoblich)



Auszeit auf Südost-Rügen

Unterstützung aus Zürich bekamen die MitarbeiterInnen des Biosphärenreservates Südost-Rügen im Herbst 2007 durch die Lehrerin Ursula Hauenstein. In der Schweiz besteht nach einer entsprechenden Anzahl von Dienstjahren für LehrerInnen die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen. Frau Hauenstein unterrichtet von der 4. bis 6. Klasse Mathematik, Deutsch, Mensch und Umwelt (Biologie, Zoologie, Geografie), Zeichnen und Sport. Ihr Wunsch war es, eine sinnvolle Tätigkeit im Freien auszuüben und auf diese Weise auch einmal eine neue Landschaft kennen lernen zu können. Von Ende September bis Ende Oktober beobachtete und dokumentierte sie das Geschehen an und auf den Wasservogel-Rastgewässern Neuensiener und Selliner See im Biosphärenreservat. Diese beiden Gewässer sind fast vollständig von Land umgeben und stehen nur über schmale Verbindungsabschnitte in Kontakt mit den Boddengewässern der Ostsee. Sie werden von den Wasservögeln über das gesamte Winterhalbjahr vor allem als Schlafgewässer genutzt. Bei der fachlichen Einarbeitung wurde Ursula Hauenstein u.a. auch durch den Ornithologen und ehrenamtlichen Na-turschutzwart Joachim Kleinke unterstützt. Die Tätigkeit von Ursula Hauenstein ist eine wichtige Ergänzung der bisher systematisch erhobenen ornithologischen Daten an den beiden Gewässern. Am Ende ihres Einsatzes blickt sie zurück. „Die Arbeit in der Natur und die Zeit auf Rügen habe ich sehr genossen. Sie waren eine persönliche Bereicherung“ freut sich die Lehrerin.

Infos zum Biosphärenreservat Südost-Rügen


(Quelle: Amt für das Biosphärenreservat Rügen)



Vier Wochen im Jugendwaldheim „Brunnenbachsmühle“ (Nationalpark Harz)

Bericht von Rayen Catrileo Herrera

Ich bin nach Deutschland gegangen um neue Erfahrung zu machen und diese ist zweifelos beste. Mein Name ist Rayen Catrileo Herrera, ich komme aus Chile (dieses schmales und lange Land in Südamerika). Ich studiere Forstwissenschaften an der Universität Talca und mache als Stipendiatin ein Auslandsjahr in Deutschland an der Universität Göttingen.Ich hatte für meine Semesterferien zwei Möglichkeiten, die eine war ein Praktikum in einem Forstbetrieb, die andere war in die Umweltjugendbildung in einem Jugendwaldheim reinzuschnuppern. Da es in Chile keine Jugendwaldheime oder ähnliches aber viele Forstbetriebe gibt, war meine Wahl schnell klar.
Ich bin an einem Sonntag in Walkenried ein bisschen verloren angekommen und wurde von meinen Chef abgeholt. Ich war total nervös, weil ich kaum Deutsch verstehen und sprechen konnte. Dann eine kleine Unterhaltung…ein nette Lächeln…uf! Alles klar, ich bin hier.
Der Anfang war geschafft und auch danach habe ich viel Unterstützung von meinen Kollegen bekommen. Hier machen alle eine hervorragende Arbeit. Alle, die hier arbeiten, haben einzigartiges Ziel: Ausbildung – Ökologie – Ökonomie.
Ich war wie eine aktive Beobachterin, auf der einen Seite hab ich viele Eindrücke gesammelt, auf der anderen Seite konnte ich aktiv in das Geschehen eingreifen. Ich habe erkannt, dass die Tätigkeit auf Kinder Eindruck macht.
Im Prinzip sind die Kinder ein bisschen ärgerlich – „aua! ...Ist zu früh! Zu viel Arbeit, Draußen ist es zu kalt, ich kann nicht mehr…“ – aber am nächsten Tag, alle lachen, leckeres Essen, die Arbeit bringt Spaß, neue Freunde, nette Lehrern, tolle Mitarbeiter, viel gelernt, gut gemacht!
Die Arbeiter erklären den Kinder alles mit viel Geduld und Respekt. Sie kennen den Wald und mit ihren kleinen Erklärungen lernen die Kinder viel über Bäume, Naturschutz und die Arbeit im Wald. Und in Küche finden sich „ein paar“ Aufgaben die gemacht werden müssen und die Schüler werden dabei von den netten Köchinnen betreut. Nachmittags gibt es im Jugendwaldheim unterschiedliche Aktivitäten und Spielen – danach ist auch Zeit für den Freienabend.
In ein paar Monate fliege ich wieder nach Chile mit vielen neuen Erfahrungen und einer neuen Motivation. Hoffentlich kann ich die Idee eines Jugendwaldheims mit nach Chile tragen, denn ich habe erkannt dass diese Arbeit wichtig ist, weil die Kinder ihre Fähigkeiten und Teamarbeit entdecken, Bewusstsein und Erkenntnisse über die Natur bekommen und bei einer guten Betreuung viel Spaß haben.
Ich habe viel gelernt und gehe sehr zufrieden und begeistert wieder zurück in mein Studentenleben.
Vielen Dank Moni, Brigitte, Rudi, Walter K., Walter M., Andreas, Bernd, Jo und Steffen für ihre Unterstützung und Sympathie.
Und vielen Dank an alle Leute, die ich hier im Jugendwaldheim kennen gelernt habe.

…ich empfehle Euch WEITER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Infos zum Nationalpark Harz

 



Workcamp im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Internationale Unterstützung erhielt der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer im Juli 2007. Elf Teilnehmende eines dreiwöchigen Jugend-Workcamps aus der Slowakei, der Ukraine, aus Italien, Südkorea und Deutschland bauten einen Holzbohlenweg im Sehestedter Moor. Zum Erfolg des Camps trugen nicht nur die tatkräftigen Jugendlichen und die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) als Veranstalter bei, sondern auch weitere Personen und Institutionen aus der Region: Dazu gehörten die Ausbildungswerkstatt „Meyershof“, deren Auszubildende bei den Baumaßnahmen halfen und deren Fachkräfte die Teilnehmenden während der Arbeiten anleiteten, das Deutsche Rote Kreuz, welches Feldbetten zur Verfügung stellte und das Fundamt der Stadt Brake, das die Jugendlichen mit Fahrrädern ausstattete. Der 150 Meter lange Bohlenweg ermöglicht Naturinteressierten, das Außendeichsmoor sicher zu erreichen, ohne Tiere und Pflanzen zu beeinträchtigen. Auch Menschen, die weniger mobil sind, haben dank Handlauf und rutschfester Bohlen einen bequemen Zugang zu diesem Kleinod im Nationalpark. Am Ende des Bohlenwegs entstand im Anschluss an das Workcamp eine Aussichtsplattform als weitere Attraktion für Gäste.

Infos zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Infos zu den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd)


(Quelle: Imke Zwoch)



Deutsch-tschechisch-polnisches Ökocamp im Naturpark Erzgebirge/Vogtland

Es ist schon zur guten Tradition geworden: Bereits zum 8. Ökocamp des Naturparks Erzgebirge/Vogtland kamen im Juli/August 2008 wieder mehr als ein Dutzend Jugendliche aus Polen, Tschechien und Deutschland für zwei Wochen in den Naturpark, um sich gemeinsam in Naturschutzprojekten zu engagieren.

Das vielfältige Programm umfasste praktische Arbeitseinsätze auf Bergwiesen und rund um das deutsch-tschechische Begegnungszentrum in Mühlleiten, Exkursionen zu landschaftlichen Schönheiten des Naturparks und zum Gläsernen Bauernhof in Siebenbrunn, sowie Vorträge beispielsweise über grenzüberschreitenden Natur- und Umweltschutz, Landschaftspflege in Tschechien und regionale Wetterkapriolen im Zuge des Klimawandels.
Die Teilnehmenden bekamen damit spannende Einblicke in die Natur und Kultur der Region.
Nicht zu kurz kam dabei der internationale Austausch unter den Jugendlichen, der seinen Höhepunkt im bunten deutsch-tschechisch-polnischen Abend fand.

Infos zum Naturpark Erzgebirge/Vogtland

Freiwillige
(Quelle: EUROPARC Deutschland)



Beispiele zu e-volunteering