Suchen
Freiwillige in Parks - Nr. 15 - 02/10

Liebe Leserin, lieber Leser,
das Jahr eilt in großen Schritten voran, die Tage werden spürbar länger und langsam milder. Das lässt ahnen, dass der lange Winter nun wohl bald ein Ende hat. Besinnen wir uns doch noch ein bisschen auf die gute alte Tradition, sich im Winter gemütlich Zeit zum Schmökern und Lesen zu lassen. Erfahren Sie hier, was sich in den letzten Wochen im Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften getan hat und welche Pläne es für das laufende Jahr gibt.
Viel Spaß dabei wünschen
Kerstin Emonds und Anne Schierenberg
Nationale Naturlandschaften und Freiwillige im Einsatz
Ein Schutzgebiet stellt sich vor - Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Das rund 85.300 ha große Schutzgebiet liegt etwa 50 km südöstlich von Stuttgart. Es erstreckt sich vom Albvorland über den steil aufsteigenden Albtrauf, die Albhochfläche bis an die Donau im Süden. Eines der markantesten naturräumlichen Merkmale des Gebiets sind die Hang- und Schluchtwälder am Albtrauf. Auch die weiträumigen Streuobstwiesen im Albvorland sind landschaftsprägend. Die sehr abwechslungsreiche Kulturlandschaft auf der Schwäbischen Alb ist durch Jahrhunderte langes Wirtschaften entstanden und soll nun durch nachhaltige Nutzung geschützt werden. Aber wieso Biosphärengebiet? Heißt es sonst nicht Biosphärenreservat? Hinter den beiden Bezeichnungen steckt die gleiche Idee: Nachhaltige Regionalentwicklung im Einklang mit Mensch und Natur. Baden-Württemberg hat sich gegen den Ausdruck "Reservat" entschieden, da er dort mit Isolation und Ausgrenzung assoziiert wurde. Mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurde 2008 das erste Großschutzgebiet in Baden-Württemberg gegründet. Bereits ein Jahr später erhielt es die UNESCO-Anerkennung.

Quelle: Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Von Beginn an war die Arbeit mit Freiwilligen eine wichtige Säule. Seit 2009 ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb im Programm „Freiwillige in Parks“ aktiv. Eine Mitarbeiterin qualifizierte sich Anfang 2009 zur Freiwilligenkoordinatorin, um Freiwilligen eine Ansprechpartnerin und professionelle Betreuung bieten zu können. Inzwischen sind sieben Freiwillige im Biosphärengebiet aktiv und unterstützen die Geschäftsstelle bei der Archivierung und Erstellung von digitalen Bildaufnahmen, einer Bilddokumentation der Landschaft sowie bei der Verteilung und Erstellung von Informationsmaterialien. Pflegemaßnahmen können derzeit leider nicht direkt betreut werden, hier stellt die Freiwilligenkoordinatorin jedoch gern entsprechende Kontakte zu den im praktischen Natur- und Umweltschutz tätigen Behörden, Vereinen und Verbänden her.
Weitere Infos zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Weitere Infos zu Freiwilligeneinsatzstellen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Auswertung 2009 durch Freiwillige mit Verlosung - Weitere Hinweise jederzeit gern gesehen
Alle in der Einsatzsaison 2009 engagierten „Freiwilligen in Parks“ waren eingeladen, das Freiwilligenprogramm schriftlich zu bewerten und damit verbunden an einer Verlosung teilzunehmen. Die GewinnerInnen der Verlosungsaktion wurden am 19. Februar durch den Vorstand von EUROPARC Deutschland per Los ermittelt. Die Gewinnbenachrichtigungen flattern den Glücklichen in Kürze per Post ins Haus. Nähere Informationen lesen Sie auch in nachfolgendem Beitrag. Das eingereichte Feedback war überwiegend sehr positiv. Die kritischen Anmerkungen und Hinweise werden sorgfältig erfasst und anonymisiert an die Parks zurückgegeben. Wo immer es möglich und nötig ist, versuchen die Projektkoordinatorinnen gemeinsam mit den Parks die Rahmenbedingungen für ein zufrieden stimmendes freiwilliges Engagement zu verbessern. Rückmeldungen von Freiwilligen, auch anonym, sind daher jederzeit möglich.
Fragebögen für Freiwillige zum Ankreuzen gibt es bei Ihrem/Ihrer Freiwilligenkoordinator/-in oder unter www.freiwillige-in-Parks.de/downloads
Dankeschön an Freiwillige mit Bionade, Fjällräven, Tessloff und Kosmos Verlag
Dank großzügiger Spenden von Kooperationspartnern ist es möglich, Anerkennung nicht nur mit dankenden Worten, sondern manchmal auch anhand kleinerer und größerer Aufmerksamkeiten auszudrücken. Eine Kooperation mit dem Kosmos Verlag zum Beispiel ermöglichte, eine größere Anzahl von Tierspur-Bestimmungsbüchern zu erwerben, die an besonders engagierte „Freiwillige in Parks“ vergeben werden. Für eine Verlosungsaktion (s.o.) stifteten Bionade und Fjällräven die Hauptpreise. In die „Lostrommel“ kamen die Namen der fast 50 Freiwilligen, die bis Mitte Februar ihre Meinung und persönliche Einschätzung mitteilten, wie sie sich als Freiwillige in Parks betreut gefühlt haben. Rückmeldungen - und damit die Gewinner - kamen aus den Nationalparks Kellerwald-Edersee, Niedersächsisches Wattenmeer und Unteres Odertal, den Naturparks Kyffhäuser, Drömling, Barnim, Nuthe-Nieplitz und Niederlausitzer Landrücken, sowie aus den Biosphärenreservaten Schorfheide-Chorin, Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Niedersächsische Elbtalaue und Schwäbische Alb. Für SchülerInnen hat der Tessloff Verlag schöne Natur-Bücher bereitgestellt.
Freiwilliges Engagement der Lebenshilfe
Die Kooperation der Nationalen Naturlandschaften mit der Lebenshilfe stand im Mittelpunkt eines Workshops auf der Lebenshilfe-Tagung zum Thema „Bürgerschaftliche Engagement von Menschen mit geistiger Behinderung“ im Februar. Fast 30 Interessierte lauschten den bisherigen Erfolgen der seit Mai 2009 bestehenden Kooperation. In bislang neun Parks wird es Lebenshilfe-betreuten Menschen mit geistiger Behinderung seither ermöglicht, sich selbst bestimmt und freiwillig in und für die Natur zu engagieren. (Wir berichteten mehrmals in diesem Newsletter). Mehrere betreute Menschen, die sich im Nationalpark Kellerwald-Edersee regelmäßig engagieren, erzählten in bewegender Weise von der großen Freude, die sie beim Arbeiten im Nationalpark empfinden.
Quelle: W. Lassek, Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg
Wer als Freiwilliger „ohne Behinderung“ die Lebenshilfe-Arbeitseinsätze in einem Park gern unterstützen möchte, findet im Projekt „Freiwillige in Parks“ Ansprechpartner. Interessierte können das Faltblatt „Menschen mit geistiger Behinderung - Aktiv im Naturschutz“ kostenlos bestellen oder sich aus dem Internet herunterladen.
FreiwilligenkoordinatorInnen bilden sich weiter
In mehr als 40 Nationalen Naturlandschaften stehen qualifizierte Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren für alle Belange rund um die Freiwilligenarbeit im Schutzgebiet zur Verfügung. Mindestens einmal jährlich treffen sich die KoordinatorInnen zum Erfahrungsaustausch und Fortbildungsworkshop. Was haben wir erreicht? Welche Schlüsse ziehen wir aus unseren Erfahrungen? Welche Pläne haben wir für das kommende Jahr? Beim Jahrestreffen Ende 2009 diskutierten Teilnehmende und geladene Gäste über Freiwilligenaktivitäten in den einzelnen Nationalen Naturlandschaften und entwickelten gemeinsam Ideen für die Einsatzsaison 2010, z.B., wie die Partnerschaft mit der Lebenshilfe oder andere Engagementangebote für spezielle Zielgruppen ausgeweitet werden können. Auch die internationalen Aktivitäten sollen fortgesetzt und gesteigert werden. Wie in 2009 begonnen, sollen junge Freiwillige, die sich in „ihrem“ Schutzgebiet engagieren, mit Hilfe von EU-Mitteln die Möglichkeit erhalten, auch ausländische Parks im freiwilligen Einsatz kennen zu lernen. Auch mit den Vorbereitungen zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 soll noch in diesem Jahr begonnen werden.
„Freiwillige in Parks“ international
Junge Freiwillige für 6 Monate in Lettland
Janine Turner, Freiwillige aus dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, wurde von EUROPARC Deutschland für sechs Monate in den Europäischen Freiwilligendienst (EFD) nach Lettland entsendet. Seit dem 7. Januar weilt sie nun, 850 km nordöstlich ihrer Brandenburger Heimat, im lettischen Gauja Nationalpark. Lesen Sie hier einen Auszug aus ihrem interessanten Bericht: „Zusammen mit einer weiteren Freiwilligen aus Frankreich bin ich in verschiedenste und abwechslungsreiche Projekte im Nationalpark involviert, lerne die Schutzgebiete, die Menschen und die Kultur Lettlands kennen. In den Wintermonaten bereiten wir, zusammen mit den Kollegen, die Saison vor. Nationale und internationale Projekte werden ausgearbeitet und Anträge geschrieben, pädagogisches Material wird erstellt z.B. für die Arten des Jahres. (...) Das Anfertigen von Schneeschuhen, die Arbeit mit den Junior Rangern und Exkursionen in andere Schutzgebiete Lettlands und Estland sind besondere Highlights. Beim Monitoring von in Lettland überwinternden Fledermäusen oder beim Skilanglauf auf einem Moor konnte ich den Gauja Nationalpark zu dieser Jahreszeit sehr gut erkunden. (...) Durch meine tägliche Arbeit mit den Kollegen im Nationalpark und die Unterbringung bei einer lettischen Familie habe ich engen und intensiven Kontakt zu den Einheimischen. Ein Sprachkurs, der durch das EFD-Programm abgesicherter ist, hilft mir das komplexe, lettische Kauderwelsch zu verstehen und zu kommunizieren. (...)“
Janine Turner beim Streifzug durch das lettische Moor
Termine
Die CIVIL ACADEMY hat auch 2010 wieder ein Trainingsprogramm für freiwillig Engagierte zwischen 18 und 27 Jahren ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 7. März. Drei Kompaktseminare zu Projektmanagement, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit werden im April, Mai und Juli stattfinden. Projektideen werden dort bis zur Umsetzungsreife entwickelt. Am Ende der Kurse gibt es ein Zertifikat. Weitere Informationen unter www.civil-academy.de
Impressum
EUROPARC Deutschland e.V.
Friedrichstr. 60
D-10117 Berlin
Tel.: + 49 / 30 / 288 78 82-0
Fax: + 49 / 30 / 288 78 82-16
E-Mail: info@europarc-deutschland.de
www.europarc-deutschland.de
Der Verein ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Berlin-Charlottenburg unter der Nummer VR 21396 Nz eingetragen. Er wird vertreten durch den Vorsitzenden Herrn Guido Puhlmann.
Das Freiwilligenprogramm wird gefördert durch die Heidehof Stiftung.