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Freiwillige in Parks - Nr. 13 - 08/09

Liebe Leserin, lieber Leser,
haben Sie schon einmal etwas von "Voluntourism" gehört? Ein Wort, das sich aus dem englischen Wort für Freiwillige/r – Volunteer – und Tourismus zusammensetzt. Es wird zunehmend und weltweit verwendet, um Urlaubern statt "Faulenzen am Strand" das freiwillige Arbeiten in gemeinnützigen Projekten zu ermöglichen. Dass man nicht immer in die Ferne schweifen muss, um im Urlaub tolle Naturerlebnisse mit einem eigenen Beitrag zum Schutz dieser Natur zu verbinden, zeigt das Beispiel eines Freiwilligen, der gleich 3 Wochen seines Urlaubs im Nationalpark Wattenmeer verbrachte – um die Nationalparkverwaltung in ihrer Öffentlichkeitsarbeit zum gerade anerkannten UNESCO-Weltnaturerbe zu unterstützen. "Ganz nebenbei" ermöglichten ihm MitarbeiterInnen des Nationalparks auch großartige Erlebnisse in der ihn umgebenden Natur. Sein Fazit: "Das war die perfekte Erholung!".
Viel Spaß beim Lesen dieser und anderer Berichte aus der Welt der "Freiwilligen in Parks" wünscht Ihnen
Kerstin Emonds, EUROPARC Deutschland
Nationale Naturlandschaften und Freiwillige im Einsatz
Ein Schutzgebiet stellt sich vor: Der Naturpark Drömling in Sachsen-Anhalt
"Land der tausend Gräben" wird der Drömling auch genannt: 1.725 km Wasserläufe durchziehen die Landschaft. Im größten Niedermoorvorkommen am südlichen Rande der Altmark in Sachsen-Anhalt stand mehr als 200 Jahre lang die schonungslose Nutzbarmachung der Natur für die Menschen im Vordergrund – großflächig wurden Entwässerungskanäle und Gräben angelegt, Fließgewässer ausgebaut und Moorlandkulturen geschaffen. Seit 1990 ist der sachsen-anhaltinische und damit größere Teil des Drömlings als Naturpark geschützt. Das im Park liegende Naturschutzgebiet "Ohre-Drömling" mit einer Größe von gut 10.000 ha hat europaweite Bedeutung als Durchzugs- und Rastgebiet für zahlreiche Wasservögel. In der flachen Landschaft des Drömling mit dem großräumigen Gewässernetz brüten Weißstorch und Kranich; Fischotter, Biber, Wachtelkönig und Seeadler sind Dank der konsequenten Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen seit Naturparkgründung hier (wieder) zu Hause. Interessant auch das Naturpark-Informationshaus in Kämkerhorst. Das Gebäude war ursprünglich eine Grabenmeisterei. Insgesamt vier davon gab es im Drömling. Von hier aus leiteten Grabenmeister die Unterhaltungsarbeiten an den Gräben an, nachdem Preußenkönig Friedrich II. 1770 die Entwässerung und Kultivierung des Drömlings befohlen hatte. Heute kann man hier sowohl im Gebäudeinnern als auch im Außenbereich viel Wissenswertes zur Landschaft und ihrer Pflanzen- und Tierwelt entdecken.
Freiwillige im Naturpark Drömling sind vor allem im Bereich naturkundliche Beobachtungen und Monitoring aktiv, aber auch im praktischen Arten- und Biotopschutz, z.B. bei der Betreuung von Krötenzäunen, sowie in der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Ganz aktuell werden ein, zwei Freiwillige gesucht, die Freude und Spaß daran haben, ganz konkrete Projektkonzepte für die Umweltbildung zu entwickeln: Geplant sind ein Naturerlebnispfad sowie interaktive Spiele und Rätsel zur Erkundung des Naturparks. Diese Art des Engagements funktioniert zum Teil sogar vom heimischen Schreibtisch aus.

Freiwillige helfen bei der Weidenpflege im Drömling
(Quelle: Naturpark Drömling)
Weitere Infos zum Naturpark Drömling
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Nationalpark Wattenmeer Niedersachsen: "Schuften" im Urlaub als perfekte Erholung
"Arbeiten, wo andere Urlaub machen", das klingt attraktiv. Aber arbeiten während des Urlaubs, und das auch noch freiwillig? Markus Bretschneider aus Bonn hat sich damit einen Traum erfüllt. Drei Wochen seines Jahresurlaubs hat er der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven "gespendet", um das Schutzgebiet intensiv kennen zu lernen und aktiv zu unterstützen. Sein Fazit: "Das war die perfekte Erholung!" Nicht nur, dass er zahllose Lachmöwen, Silbermöwen und Austernfischer, jagende Sumpfohreulen, Brachvögel und sogar einen Löffler beobachten konnte. Und nicht nur die violett gefärbten Teppiche aus Strandflieder und die zahlreichen Grünschattierungen der Salzwiesen im Wechsel von Licht und Schatten beeindruckten ihn. Es war auch die Arbeit an sich, die Möglichkeit, mitzuwirken an einem Ort, der immer von Neuem zu beeindrucken vermag: Die Idee, eine Naturlandschaft unter Schutz zu stellen und zu beobachten, wie sie sich ohne direkten menschlichen Einfluss entwickelt, fasziniert den gelernten Forst-Ingenieur und Diplompädagogen besonders - vor allem die Dynamik des Meeres, die gewaltigen Kräften von Wasser und Wind. Nach seiner Einschätzung ist das erst vor kurzem von der UNESCO anerkannte Weltnaturerbe "Wattenmeer" ein Ort der Begegnung mit der Welt, an dem Menschen für einen nachhaltigen Umgang mit Natur sensibilisiert werden können. Sein Einsatzschwerpunkt war deshalb die Öffentlichkeitsarbeit, von der Textbearbeitung über die Erstellung eines Vortrages bis hin zur Betreuung von Informationsständen. Neben der Urwüchsigkeit des Wattenmeeres sind ihm dabei auch die Gefährdungen eines Nationalparks und Weltnaturerbes deutlich geworden.

(Quelle: Nationalpark Wattenmeer Niedersachsen)
Für den Nationalpark ist Markus Bretschneider ein Glückstreffer. Nachdem er auf das Programm "Freiwillige in Parks" in den Nationalen Naturlandschaften aufmerksam geworden war, bewarb er sich um diesen "Urlaubsplatz" schon zu Beginn des Jahres. So konnte sein Einsatz inhaltlich und organisatorisch bestens vorbereitet werden. Er selbst hatte sich schon gut eingelesen und brachte auch eigene Ideen mit, als er Anfang Juli seine Arbeit aufnahm. Diese Art, seinen Urlaub sinnvoll zu verbringen, hat Markus Bretschneider so gut gefallen, dass er seine Arbeitskraft für die "1. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer" vom 10. bis 18. Oktober 2009 wieder zur Verfügung stellt.
Weitere Infos zum Nationalpark Wattenmeer
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Menschen mit geistiger Behinderung sind mit großer Freude als Freiwillige aktiv
Nachdem, wie hier berichtet, im Frühjahr rund 100 Menschen mit geistiger Behinderung im Rahmen einer Kooperation mit der Lebenshilfe bundesweit in sieben Parks gleichzeitig im freiwilligen Einsatz waren, zeigte sich einmal mehr bei weiteren Einsätzen in den Nationalparks Harz und Bayerischer Wald, mit welch großer Begeisterung und Freude Menschen mit geistiger Behinderung sich aktiv engagieren. In allen bisher an der Kooperation teilnehmenden Parks hatte die Arbeit allen Beteiligten so viel Spaß gemacht und beachtliche Ergebnisse erzielt, dass weitere Einsätze entweder geplant oder sogar schon durchgeführt wurden. Im Nationalpark Bayersicher Wald wurde eine langfristige Patenschaft zur Pflege eines Wanderwegs gar durch eine Patenschaftsurkunde besiegelt, die Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner während der Eröffnungswanderung den fleißigen Bewohnern der Lebenshilfe Regen überreichte.

(Quelle: Nationalpark Harz)
Weitere Infos zur Kooperation mit der Lebenshilfe und den Aktionen im Nationalpark Harz und im Nationalpark Bayerischen Wald
Naturpark "Erzgebirge/Vogtland": Deutsch-Tschechische Begegnungen groß geschrieben
Das Miteinander von deutschen und tschechischen Kindern und Jugendlichen hat im Naturpark "Erzgebirge/Vogtland" gute Tradition. Im Juni fand zum dritten Mal der Deutsch-Tschechische Umweltkindertag statt, und zum sogar neunten Male trafen sich Jugendliche aus Deutschland und Tschechien als Freiwillige zum traditionellen Ökocamp Vogtland.
Am Umweltkindertag, der durch die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt gefördert wurde, konnten mehr als 800 Kinder aus beiden Ländern sich an 36 Stationen rund um die Themen Natur und Umwelt betätigen und dabei ganz nebenbei grenzüberschreitend zueinander finden. Mehr als 100 Freiwillige insgesamt hatten fleißig mit angepackt, um sowohl die Vorbereitungen und den Standaufbau zu bewältigen, als auch am Kindertag selbst die Stationen zu betreuen bzw. als Eltern die Lehrer unterstützen.
10 Freiwillige jugendliche Helfer nahmen am Ökocamp teil, halfen bei der Pflege und Beräumung von Berg- und Moorwiesen, brachten Heu für die Winterfütterung ein und beräumten "ganz nebenbei" ein Badeseegelände von Unrat. Auch der Besuch von Sehenswürdigkeiten, naturkundliche Exkursionen und Gemeinschaftserlebnisse auf beiden Seiten der Grenze standen auf dem Programm. Das Camp wurde durch die EU - EFRE "Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung: Wir investieren in Ihre Zukunft / Evropský fon pro regionálni rozvoj:Investice do vasi budoucnosti" gefördert.
Weitere Infos zum Naturpark Erzgebirge/Vogtland
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Dankeschön für Brandenburger "Freiwillige in Parks"
Brandenburgs "Freiwillige in Parks", koordiniert und betreut durch die Naturwacht Brandenburg, konnten im Juni eine ganz besondere Schiffsfahrt erleben. Die Naturwacht Brandenburg hatte ihre Freiwilligen, die sich regelmäßig in einem der 15 Brandenburger Großschutzgebiete engagieren, zu einer samstäglichen Fahrt auf der Havel im Naturpark Westhavelland eingeladen. Mehr als 50 Freiwillige kamen und erlebten eine Führung zum europaweit größten Projekt einer Flussrenaturierung. Projektleiter Rocco Buchta erläuterte, wie 100 Flusskilometer zum Wohle einer artenreichen Natur umgestaltet werden. Immerhin 1500 Hektar werden in einen naturnahen Zustand verwandelt. Gemeinsam mit den betroffenen Landwirten und den anderen Beteiligten ist es gelungen, einen Konsens zu schaffen und nach Jahren der Planung nun in die Umsetzung zu gehen. Auch die Bundesgartenschau ist mit im Boot: Im Jahr 2015 soll dieser Abschnitt der Unteren Havel zum bedeutenden Erlebnisraum der Schau werden. Projektleiter Rocco Buchta betonte, dass dieser großartige Erfolg vor allem den zahlreichen Freiwilligen zu verdanken ist, die sich - teilweise seit Jahrzehnten - für die Havel einsetzen.
Naturwachtleiter Manfred Lütkepohl nutzte die Zusammenkunft, um allen Freiwilligen, die sich in den 15 Nationalen Naturlandschaften im Land Brandenburg engagieren, einen herzlichen Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen.

(Quelle: R. Schulz, Naturwacht Brandenburg)
Weitere Infos zur Naturwacht Brandenburg
Von Freiwilligen für Freiwillige
Abenteuer a la Frietjof Nansen
Brigitte Riedel, Dresdner Journalistin in Altersteilzeit, sammelte 2 Wochen lang Eindrücke und Erfahrungen als Freiwillige im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Folgender Auszug aus ihrem langen Erlebnisbericht bezeugt, dass die Verbindung aus freiwilligem Engagement und Abenteuerlust durchaus funktionieren kann.
"Bei ausgesprochen naturfreundlichem Bindfadenregen hüpften wir munter in den Kajak und unter die survivalmäßige Spritzdecke und begaben uns auf Biberburgensuche. Was unter trockenen Umständen blöde nach Urlaubstour ausgesehen hätte, hatte jetzt den umwerfenden Hauch von Abenteuer und Expedition - einschließlich Eishände, halberfrorener Füße und zunehmend gefühlloser werdender Sitzfläche. Ich sah mich bereits auf Augenhöhe mit Frietjof Nansen bei Antritt seines Polartrips. Ich war hingerissen! Und wir wurden fündig: drei Biberburgen nebst frisch geschälten und gefällten Bäumen im Jungerlen-Dschungel. Ohne Rangers Spürnase allerdings wäre ich glatt daran vorbeigepaddelt, hätte die Baue - wenn überhaupt erspäht - als liederlichen Reisighaufen vom letzten Pfadfinderlager gedeutet. Nun aber schärfte Ranger Rüdiger Meyer mein normalerweise wachsames Holzauge für frische Nagespuren, neu geschälte Äste, Trittspuren. Erkenntnis: Die Biber sind unter uns! Fehlte eigentlich bloß noch, dass sie beim Vorbeischippern lässig mit der Vorderpfote grüßen." (Auszug)
Weitere Infos zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land
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www.europarc-deutschland.de
Der Verein ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Berlin-Charlottenburg unter der Nummer VR 21396 Nz eingetragen. Er wird vertreten durch den Vorsitzenden Herrn Guido Puhlmann.
Das Freiwilligenprogramm wird gefördert durch die Heidehof Stiftung.