Freiwillige in Parks - Nr. 6 - 02/08







Liebe Leserin, lieber Leser,

kaum hat das neue Jahr begonnen, sind wir schon mitten drin in der Freiwilligen-Einsatzsaison 2008! Schwungvoll ging es bereits zu ersten Arbeitseinsätzen, mit internationalen Gästen wurden Erfahrungen ausgetauscht und Pläne für zukünftige Zusammenarbeit geschmiedet und auch der gesellige, gebietsinterne Austausch von Freiwilligen kam schon zu seinem guten Recht. Wie bereits im vergangenen Jahr möchten wir Sie mit diesem und den folgenden Newslettern über solche Aktivitäten im Freiwilligenprogramm auf dem Laufenden halten.
Für das begonnene Jahr wünscht EUROPARC Deutschland allen „Freiwilligen in Parks“, den Hauptamtlichen-Teams der Nationalen Naturlandschaften und unseren Projektpartnern viel Freude an der Zusammenarbeit und uns allen ein glückliches Händchen bei unseren vielen kleinen und großen Vorhaben.
Und nun ein interessantes Stöbern im Newsletter.

Anne Schierenberg, EUROPARC Deutschland


Nationale Naturlandschaften und Freiwillige im Einsatz

Ein Schutzgebiet stellt sich vor: Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

Hamburg im Wattenmeer? Ja, einer der ältesten Stadtteile Hamburgs liegt tatsächlich mitten im Watt. Es ist die Insel Neuwerk, eine vor ca. 900 Jahren zunächst spärlich bewachsene Düneninsel. Heute ist sie bewohnt, aber autofrei und ein Geheimtipp für viele, die Ruhe, Entspannung und Naturerlebnisse suchen. Schon die Anreise nach Neuwerk ist ein Watterlebnis besonderer Art, wenn es bei Ebbe von Cuxhaven aus zu Fuß auf die Insel geht oder wenn man per pferdebespanntem Wattwagen über den Meeresboden anreist.
Neuwerk selbst bietet Wandermöglichkeiten um die Insel und auf dem Nationalpark-Erlebnispfad, durch das Neuwerker Vorland, über die vorgelagerten Wattflächen und zur Vogelinsel Scharhörn. Der Insel-Turm lockt mit einem einmaligen Rundblick über den gesamten Nationalpark und weit darüber hinaus, außerdem informiert das Nationalpark-Haus unterhaltsam über den Lebensraum Wattenmeer.
Hier, mitten in der einzigartigen Naturlandschaft des Wattenmeeres, die sich über 450 km von Dänemark bis zu den Niederlanden erstreckt, befinden wir uns in einer Landschaft, die bis heute größtenteils Wildnis geblieben ist. Sie lebt von der eigenen Dynamik, die Ebbe und Flut täglich aufs Neue bringen. Das Gebiet hat eine überaus wichtige Funktion als Nahrungs-, Brut- und Rastplatz für Vögel, als Lebensraum für weitere Meeresbewohner, z.B. Seehunde, wie auch für eine an die extremen Bedingungen der Meeresstandorte angepasste Pflanzenwelt – insbesondere Salzwiesen und Dünen.
Um die weitgehend unberührte Naturlandschaft dauerhaft zu erhalten, haben die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen das Wattenmeer als Nationalpark ausgewiesen.
Die Nationalpark-Verwaltung Hamburgisches Wattenmeer, mit Sitz in Hamburg und einer Außenstelle auf Neuwerk, bekommt in ihren vielfältigen Aufgaben Unterstützung von Freiwilligen, die dem Nationalpark ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten zur Verfügung stellen. Freiwillige helfen u.a. dabei, das Fotoarchiv der Verwaltung auszubauen, indem sie – mit der Kamera „bewaffnet“ – besondere Motive der Insel, des Watts, der Pflanzen- und Tierwelt einfangen. Zu ihnen gehört Kurt Eisermann, der als freiwilliger Fotograf auf Neuwerk im Einsatz ist (siehe Foto).

(Quelle: P. Körber)

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Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer
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Biosphärenreservat Bliesgau: Große Unterstützung bei Streuobstwiesenpflege
Fast vierzig Helferinnen und Helfer aus allen Teilen des Biosphärenreservates Bliesgau folgten am 12.01.2008 dem Aufruf des Bliesgau Obst e.V., der Naturwacht Saarland und des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, gemeinsam eine Streuobstwiese nahe Gersheim „in Schuss“ zu bringen. Fachlich angeleitet u.a. durch den Naturwächter und Freiwilligenkoordinator Manuel Krause konnten sie auf einer großen Streuobstwiese typische Winter-Arbeiten erlernen. Sie pflanzten Bäume, übten sich im Baumschnitt und entfernten das Schnittgut.



(Quelle: M. Krause)

Nach getaner Arbeit lockte die gemütlich hergerichtete Pfarrer Lindemann-Hütte mit Glühwein und Kürbissuppe. Besonders freuten sich die Veranstalter darüber, dass viele Eltern ihre Kinder mitbrachten. „Die Zukunft unserer Obstwiesen steht und fällt mit der jüngeren Generation, die wir für ein Engagement in unserer Sache begeistern müssen“, so Wolfgang Hegmann, 1. Vorsitzender des Vereins Bliesgau Obst e.V. Nachdem die Veranstaltung auf so viel Interesse stieß, sollen weitere Arbeitseinsätze folgen. Interessierte erhalten Auskünfte dazu bei Manuel Krause/Naturwacht Saarland, Tel. 06803/3910591 oder 0174/9503523, E-mail
m.krause@naturwacht-saarland.de
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Naturparke Drömling und Nuthe-Nieplitz: Gesellige Freiwilligen-Jahrestreffen
Einen Rückblick auf die Einsatzsaison 2007 werfen, Tätigkeiten anderer Freiwilliger kennen lernen, von aktuellen Projekten des Naturparks erfahren und nicht zuletzt einige gesellige Stunden gemeinsam verbringen - dies konnten Freiwillige der Naturwacht Brandenburg im Naturpark Nuthe-Nieplitz am Samstag, den 19.01.2008 im neuen Infozentrum "Glauer Tal". Besondere Programmpunkte waren eine von der Naturwacht geführte Wanderung durch das Wildgehege "Glauer Tal" und eine Filmvorführung von italienischen Freiwilligenkoordinatoren aus dem Abruzzen-Nationalpark (s.u., „Freiwillige in Parks“ international) über Freiwilligeneinsätze in der einzigartigen Berglandschaft der Abruzzen.
Wenige Tage später, am Donnerstag, den 24.01.2008 trafen sich die Freiwilligen des Naturparks Drömling auf Einladung der Parkverwaltung in Oebisfelde. Auch hier wurde in der Berichtsrunde deutlich, mit welch beeindruckendem Engagement sich die Ehrenamtlichen für Flora, Fauna und Umweltbildung im Drömling einsetzen. Das Treffen war gleichzeitig Fortbildung – mit Informationen z.B. über die Fortschreibung des Pflege- und Entwicklungsplans – und Dankeschön-Veranstaltung. Als Anerkennung für ihre tatkräftige Unterstützung erhielten die Ehrenamtlichen u.a. eine Fassung der "Notizen über Naturbeobachtungen 1954-85" (Drömlingstagebücher) von Bruno Weber, Chronist der Pflanzen- und Tierwelt im Drömling.
Mit den Freiwilligen-Treffen begann der Start in die Einsatzsaison 2008. Auch in diesem Jahr freuen sich die Naturparks auf eine gute Zusammenarbeit und auf gemeinsame Erfolge mit "ihren" Freiwilligen.
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Naturpark Drömling
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Von Freiwilligen für Freiwillige

Ronny Mantwill – Ameisenpfleger im NationalparkZentrum Sächsische Schweiz

„Seit Herbst 2006 betreue ich die Ameisenkolonie in der Ausstellung des NationalparkZentrums Sächsische Schweiz. Zur täglichen Pflege gehört die Fütterung, die ich meistens gleich morgens erledige: Als Ameisen-„Frühstück“ gibt es Honigwasser, ein Stück Apfel und dazu etwas Herzhaftes, wie Regenwürmer, Maden oder auch mal eine Maus. Auch am Nachmittag schaue ich häufig noch mal rein und erledige bei Bedarf weitere Aufgaben, wie die Scheiben des Terrariums zu reinigen, den Ameisenfriedhof zu entleeren und zu kontrollieren, ob die Wassertränke noch gefüllt ist. Und damit sich die Ameisen richtig wohl fühlen, lasse ich es im Terrarium mit Hilfe einer Sprühflasche ab und zu regnen. Im Dezember werden die Ameisen für ein bis zwei Monate eingelagert, wo sie im Kalten und Dunklen eine Winterruhezeit verbringen.
Ich unterstütze das NationalparkZentrum, weil ich meine, dass jeder etwas für die Allgemeinheit tun sollte und ich auf diese Weise meinen Beitrag leiste.“
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NationalparkZentrum Sächsische Schweiz

(Quelle: NationalparkZentrum Sächsische Schweiz)

Newsletter-Beiträge von Freiwilligen herzlich willkommen!
Dürfen wir in einer der nächsten Newsletter-Ausgaben Ihre Freiwilligen-Tätigkeit vorstellen, wollen Sie von einem besonderen Erlebnis als „Freiwillige in Parks“ berichten, gibt es ein Foto von Ihrem Einsatz? Wir freuen uns jederzeit über Beitrage von Freiwilligen für Freiwillige! Senden Sie Ihren Vorschlag bitte an
freiwillige@europarc-deutschland.de, vielen Dank!

„Freiwillige in Parks“ international

Italienische Freiwilligenkoordinatoren besuchen deutsches Freiwilligenprogramm

Besonderen Besuch bekamen die Geschäftsstelle von EUROPARC Deutschland, das NationalparkZentrum Sächsische Schweiz, der Nationalpark Harz (siehe Foto) sowie der Naturpark Nuthe-Nieplitz zwischen dem 15. und 20.01.2008 durch eine italienische Delegation. Dr. Federico Minozzi, Koordinator der italienischen EUROPARC-Sektion, sowie die Freiwilligenkoordinatoren Claudio Manco und Dr. Giovanni Netto aus dem Abruzzen-Nationalpark waren angereist, um das Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften kennen zu lernen, mit deutschen Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Pläne für die zukünftige Zusammenarbeit zu schmieden. Dazu gehört z.B. der internationale Austausch von „Freiwilligen in Parks“.
Der Abruzzen-Nationalpark hat bereits langjährige Erfahrungen mit dem Einsatz von Freiwilligen. Jährlich sind es etwa 1.000 Personen, die als Einzelpersonen aus dem In- und Ausland, als Familien, als Schulgruppen etc. für ein bis drei Wochen in den Nationalpark kommen und das hauptamtliche Team bei praktischen Arbeiten im Gelände und der Betreuung von Gästen unterstützen.
Angeregt durch die deutsche Sektion plant EUROPARC Italien, ebenfalls ein nationales Freiwilligenprogramm in Parks aufzubauen.
Weitere Informationen zum
Abruzzen-Nationalpark und Freiwilligeneinsätzen
Weitere Informationen zu EUROPARC Italien

(Quelle: EUROPARC Deutschland)

Termine & Sonstiges

Praktikum im Freiwilligenprogramm – Interessierte gesucht

Welcher Student, welche Studentin mit abgeschlossenem Grundstudium hat Interesse, ab März 2008 das Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften zu unterstützen? Das vergütete Praktikum in der EUROPARC Deutschland-Geschäftsstelle (Berlin) umfasst 20 Std./Woche mit flexibler Arbeitszeit und dauert sechs Monate. Interessierte wenden sich bitte an EUROPARC Deutschland, Anne Schierenberg, E-Mail: anne.schierenberg@europarc-deutschland.de, Tel. 030/2887882-15.

Workshop „Schülerinnen und Schüler aktiv – Schulkooperationen im Natur- und Umweltschutz“ – Anmeldung läuft
Freiwilliges Engagement von Schülerinnen und Schülern im Natur- und Umweltschutz fördern – wie können Ideen und Projekte mit diesem Ziel erfolgreich(er) in der Praxis umgesetzt werden? EUROPARC Deutschland lädt Interessierte „aus der Praxis“ – z.B. Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren aus Parks, Verantwortliche aus Natur- und Umweltschutzvereinen sowie Schulen – zu einem Workshop am 04.03.2008 ein. Die Veranstaltung soll den Erfahrungsaustausch zu vielfältigen Praxisbeispielen fördern, zum Auf- und Ausbau von Kooperationen zwischen Naturschutzinstitutionen/-organisationen und Schulen anregen und konkrete Hilfestellungen dafür geben. Anmeldeschluss ist der 09.02.2008.
Weitere Informationen zum
Workshop

Civil Academy für junge Engagierte: Neue Ausschreibung 2008
Freiwillig Engagierte im Alter von 18 bis 27 Jahren mit einer originellen Projektidee können sich bis zum 09.03.2008 wieder für das Trainingsprogramm der Civil Academy bewerben. Die Qualifizierung wird von der Deutschen BP AG und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) angeboten. Von einer Jury Ausgewählte können sich während der drei Wochenenden zu Themen wie Projektmanagement, Fundraising, Teamwork und Öffentlichkeitsarbeit fortbilden und ihre Projektideen voranbringen.
Weitere Infos zur
Civil Academy

Wettbewerb für Jugendliche: Umwelt erforschen und Ideen entwickeln
Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren sind im Bundesumweltwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung aufgerufen, in ihrer direkten Umwelt selbst gewählten Fragen nachzugehen und Lösungen für Umweltprobleme zu finden. Es winken Geld- und Sachpreise im Wert von 25.000 Euro sowie Seminar-Einladungen und Praktikumsplätze an deutschen Forschungseinrichtungen. Einsendeschluss ist der 15.03.2008.
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Bundesjugendwettbewerb

Qualifizierung von FreiwilligenkoordinatorInnen im Natur- und Umweltschutz

Was sind die Aufgaben von Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren, wie gewinnen wir neue Freiwillige, wie begleiten und unterstützen wir Freiwillige, wie sieht eine gelungene „Anerkennungskultur“ aus? Diese und weitere Fragen rund um die Koordination von ehrenamtlichem Engagement im Natur- und Umweltschutz werden in einer Fortbildung des Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Stiftung MITARBEIT behandelt. Die Fortbildung umfasst zwei Seminarblöcke (April, Oktober 2008; jeweils Do.-Sa.) sowie einen Onlineblock (Juni 2008). Mit der Teilnahme kann das Zertifikat „Ehrenamts- und FreiwilligenkoordinatorIn (DNR)“ erworben werden. Anmeldeschluss ist der 15.03.2008.
Weitere Information zur
Qualifizierung von FreiwilligenkoordinatorInnen

Neu: Buch über Moose und Flechten im Nationalpark Eifel

Für alle, die Faszinierendes aus der Pflanzenwelt kennen lernen möchten, bietet ein neues Buch spannende und leicht verständliche Geschichten aus der Welt der Moose und Flechten. Erfahren Sie Wissenswertes über die wahren Überlebenskünstler und deren Nutzen für Mensch und Umwelt. Mehr als 275 Moos- und 282 Flechtenarten wurden bereits im Nationalpark Eifel nachgewiesen, dank der großen Vielfalt unterschiedlichster Lebensräume. Zahlreiche der in den Lebensräumen Wald, Gewässer, Offenland und Fels vorkommenden Arten werden im neuen Buch vorgestellt.
Förderverein Nationalpark Eifel (Hrsg.): Moose und Flechten im Nationalpark Eifel – Die unscheinbaren Überlebenskünstler; Schriften zum Nationalpark Eifel, Band 2. 144 S., 16,95 Euro; J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-2153-0


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Der Verein ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Berlin-Charlottenburg unter der Nummer VR 21396 Nz eingetragen. Er wird vertreten durch den Vorsitzenden Herrn Guido Puhlmann.

Das Freiwilligenprogramm wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), die Heidehof Stiftung, die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt/Naturschutzfonds, die Manfred-Hermsen-Stiftung, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung sowie die BINGO!-Umweltlotterie.