Freiwillige in Parks - Nr. 5 - 12/07

 





Liebe Leserin, lieber Leser,

dieser fünfte Newsletter zum Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften bildet den Abschluss der diesjährigen Reihe. Aber auch im nächsten Jahr wollen wir Sie weiterhin alle vier bis acht Wochen mit Aktuellem, Wissenswertem und Unterhaltsamem rund um "Freiwillige in Parks" versorgen. Und auch dann wird gelten: Wir freuen uns über Ihre Beiträge, Fotos, Rückmeldungen und Ideen zum Newsletter!
Zum Ende des Jahres nun ein großer Dank an all diejenigen, die sich 2007 als Freiwillige, Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren, als Projektförderer und Kooperationspartner für unsere Parks und das Freiwilligenprogramm mit viel Engagement, Motivation, Ideenreichtum und Freude an der Zusammenarbeit eingesetzt haben! Ihnen allen friedliche und erholsame Feiertage und die besten Wünsche für das neue Jahr 2008!
Und nun viel Vergnügen beim Lesen.

Anne Schierenberg, EUROPARC Deutschland


Nationale Naturlandschaften und Freiwillige im Einsatz

Ein Schutzgebiet stellt sich vor: Das Biosphärenreservat Bliesgau und die Naturwacht Saarland
Ein besonderer Winkel unseres Landes ist das Saarland im Eck von Rheinland-Pfalz und Frankreich: der Bliesgau. Hier ist das Flüsschen Blies Namensgeberin für eine sanfthügelige Landschaft, die mit ihrer Mischung aus Wäldern, Äckern, Wiesen, Streuobstwiesen und kleinen Ortschaften, man könnte sagen, wie aus dem Bilderbuch wirkt. Das i-Tüpfelchen ist – so nah der Grenze – der Hauch von französischer Lebensart.
Mit großem Engagement hat sich in den letzten Jahren u.a. der "Verein Freunde der Biosphärenregion Bliesgau" dafür eingesetzt, dass die Region als Biosphärenreservat ausgewiesen wird. Im Frühjahr 2007 war es dann so weit: Per Rechtsverordnung wurde das Schutzgebiet festgesetzt, das in der Zuständigkeit des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau liegt, einem Zusammenschluss von Kommunen und Städten, dem Saarpfalz-Kreis und dem Saarland.
Die Idee von Biosphärenreservaten, gemeinsam Menschen und Natur zu nutzen, ist im Bliesgau schon sichtbar. Ein Beispiel ist das "Bliesgau-Regal", das bereits in über 20 Geschäften der Region zu finden ist. Es bietet Produkte von Apfelsaft und Schnaps, über Marmelade, Honig, Wurst, Senf bis zu eingelegtem Gemüse – Produkte aus regionaler Herkunft, handwerklicher Herstellung und z.T. ökologischem Anbau, die durch hervorragenden Geschmack und einwandfreie Qualität überzeugen.


(Quelle: M. Krause)

Einer der wichtigen Spieler im Biosphärenreservat Bliesgau ist die Naturwacht Saarland. Ihre vier hauptamtlichen Ranger sind für das ganze Saarland eingesetzt, einer von ihnen, Manuel Krause, ist jedoch eigens für die Gebietsbetreuung im Bliesgau zuständig. Hier lädt er u.a. zu Führungen für Naturinteressierte ein, beobachtet und dokumentiert die Entwicklung von schützenswerten Pflanzen und Tieren und berät Landwirte im Zusammenhang mit Natur schonenden Bewirtschaftungsmethoden. Manuel Krause ist außerdem Freiwilligenkoordinator der Naturwacht Saarland und damit Ansprechpartner für eine wachsende Anzahl an Freiwilligen, die sich ehrenamtlich für den Naturschutz im Bliesgau stark machen. Die Freiwilligen helfen bei praktischen Pflegearbeiten in Naturschutzgebieten, beim Verfassen von Presseberichten und der Vorbereitung und Durchführung von Kinderaktionen im Biosphärenreservat.
Einige der Freiwilligen haben ihren Einstieg im vergangenen September bei einem von Manuel Krause organisierten Arbeitseinsatz im Rahmen der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements gefunden. Dem Aufruf zur Mit-Mach-Aktion folgten zehn Personen, darunter zwei aus Frankreich, die bei der Baumpflege auf einer ehemaligen Apfelplantage halfen.
Eine nächste Aktion ist schon in Planung: Am 12. Januar 2008 findet ab 10 Uhr ein Arbeitseinsatz auf einer Streuobstwiese bei Gersheim statt. Interessierte sind herzlich eingeladen teilzunehmen und dabei Wissenswertes über Streuobstwiesen und die hier lebenden und vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu erfahren. Gleichzeitig können die Freiwilligen Baumpflanzung und Baumschnitt lernen und dabei helfen, das Schnittgut von der Wiese zu entfernen. Für warme Speisen und Getränke aus der Region sorgt Bliesgau Obst e.V. und bietet diese zum Selbstkostenpreis an. Als Highlight für Kinder gibt es ein Kartoffelfeuer.
Für Anmeldungen und weitere Informationen zur Aktion steht Manuel Krause/Naturwacht Saarland, Tel. 06803/3910591 oder 0174/9503523, E-mail
m.krause@naturwacht-saarland.de, gerne zur Verfügung (Anmeldung bitte bis zum 09.01.).
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Naturwacht Saarland
Weitere Infos zum Biosphärenreservat Bliesgau

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Kinderstube für Kegelrobben vorbereitet
Bei den Kegelrobben im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer meldet sich Nachwuchs. Vor wenigen Tagen wurden die ersten Kegelrobben-Babys dieser Saison – die noch bis Ende Januar dauert – geboren. Damit sie sich zu gesunden und kräftigen Tieren entwickeln können, ist es wichtig, dass sie in ihrer "Kinderstube" – das sind hochwasserfreie Flächen auf Sandbänken oder an Stränden – nicht gestört werden. Der Nachwuchs bleibt oft stundenlang allein, während die Mutter auf Nahrungssuche geht. Die Nationalparkverwaltung hat frühzeitig Vorkehrungen getroffen, um den Jungtieren die nötige Ruhe zu gewähren. Neben dem neuen Informations-Faltblatt für Einheimische und Gäste gehört dazu die Abstimmung mit der Nationalpark-Wacht und Kooperationspartnern vor Ort. Auch Stangen und Hinweisschilder werden eingesetzt, um Kegelrobben-Kinderstuben in weiträumigem Abstand zu markieren und dadurch Störungen zu vermeiden.
Ehrenamtlich unterstützt wurden die Vorbereitungen durch die Wissenschaftlerin Maike Paul. Drei Monate lang arbeitete sie als Freiwillige bei der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven und überbrückte damit die Zeit bis zum Beginn ihrer Promotion in Southhampton (Südengland), wo sie sich weiter der Meeresforschung widmen will.
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Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
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Biosphärenreservat Schaalsee: Bachpatenprojekt geht in die dritte Runde
Die fünfundzwanzig Kinder der Klasse 3a und ihre Lehrerin Frau Schlichting von der Grundschule am Friedensring in Wittenburg sind die neuen Bachpaten des kleinen Flüsschens Schilde im Biosphärenreservat Schaalsee. Anfang Dezember erhielten sie von der Schutzgebietsverwaltung ihre Patenschafts-Urkunde. Bereits seit vier Jahren begleitet und unterstützt die jeweilige dritte bis vierte Klasse der Wittenburger Schule die Renaturierungsarbeiten an der Schilde.
Beim ersten Besuch an "ihrem" Flüsschen waren die neuen Bachpaten genauso begeistert und voller Elan wie die vorherige Patenklasse. Richtig los geht es für die Kinder im Frühling, wenn die Renaturierungsarbeiten an der Schilde fortgesetzt werden. Dann werden sie das Gewässer mit seiner Pflanzen- und Tierwelt auf Exkursionen näher kennen lernen und seine Renaturierung z.B. durch Wasseruntersuchungen und Pflanzungen unterstützen.
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Biosphärenreservat Schaalsee

FreiwilligenkoordinatorInnen lernen im Netzwerk des Programms
Aus allen Himmelsrichtungen kamen die hauptamtlichen Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren des bundesweiten Freiwilligenprogramms vom 21.-23. November 2007 in die Bildungsstätte des Naturparks Dübener Heide zusammen. Der mehrtägige Workshop, organisiert durch den Projektträger EUROPARC Deutschland e.V., fand unter der Leitung der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland statt. Wie schon in den vergangenen Jahren bewährt, gab die Veranstaltung den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit, best-practice-Beispiele und Ideen z.B. zu Fragen auszutauschen, wie: Welche Mit-Mach-Angebote sind für Freiwillige attraktiv? Wie werbe ich erfolgreich für freiwilliges Engagement? Wie gewinne ich spezielle Zielgruppen? Wie kann ich Ehrenamtlichen für ihre Unterstützung danken? Außerdem diskutierten die Teilnehmenden über Chancengleichheit im Freiwilligenprogramm und Kooperationen mit Partnern, wie dem Bergwaldprojekt und den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd), und planten Aktivitäten für die kommende Freiwilligen-Einsatzsaison 2008.

 
(Quelle: EUROPARC Deutschland)

Freiwilligenprogramm ist Projekt der Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
Das bundesweite Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften ist vom Deutschen Nationalkomitee der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" 2005-2014 am 27. November 2007 in Stuttgart als offizielles Projekt der UN-Dekade ausgezeichnet worden. "Freiwillige in Parks" gehört damit zu bundesweit mehr als 500 Initiativen und Projekten, die bislang als offizielle Projekte der Weltdekade gewürdigt wurden. Darunter befinden sich Nicht-Regierungs-Organisationen, Behörden, Schulen, Hochschulen, Kindergärten, Dienstleistungs- und andere Unternehmen, lokale Aktionsgruppen und Einzelprojekte, die vorbildhaftes Engagement im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung zeigen.
Im Oktober dieses Jahres erhielt das Freiwilligenprogramm – als eine von fünf Initiativen in Europa – bereits den „Active Citizens of Europe Award“ von Volonteurope, dem europäischen Netzwerk von mehr als 1.200 sozialen und bürgerschaftlichen Organisationen.
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UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung

Von Freiwilligen für Freiwillige

Ines Grünbein – als Rennsteig-Hexe im Vessertal
"Die Figur 'letzte und einzige Rennsteig-Hexe' habe ich 2003 selbst kreiert, und sie hat sich seitdem ständig weiterentwickelt. Als Touristikerin bin ich sehr stolz darauf, wenn ich Wandergruppen begleiten und zunächst nur allein durch meine Optik das Ganze schon auflockern kann. Da die Rennsteig-Hexe bereits 400 Jahre alt ist, kann keiner so wahrhaftig wie diese die historischen Begebenheiten am Rennsteig vermitteln und außerdem noch mit den Sagen der Region aufwarten.
Seit einem Jahr besteht die Verbindung zur Verwaltung des Biosphärenreservates Vessertal-Thüringer Wald. Wir haben nach Ideen gesucht, mit denen besonders Kindern auf phantasievolle Art und Weise die Schönheiten und Gesetzmäßigkeiten der Natur nahe gebracht werden können. Wir hatten eine sehr spannende Wanderung zur 'Schönen Wiese': Nachdem ich dort die Kinder mit Feenhaus, Elfenstaub und phantastischen Geschichten von Blumenelfen und -feen unterhalten habe, haben diese die Wiese mit ganz anderen Augen wahrgenommen. Bei einer erlebnisreichen Wanderung im Herbst habe ich den Kindern von Blätter-Trollen und Wald-Wichteln erzählt. Beim anschließenden Basteln haben die Kinder größtenteils aus Naturmaterialien ihren eigenen Wald-Wichtel geschaffen. Wir waren alle sehr überrascht, wie kreativ die Kinder waren. Die Veranstaltung war noch eine ganze Woche danach Gesprächsthema im Ort. 


(Quelle: Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald)

Für die Erfahrungen, welche ich bei diesen Aktivitäten sammle, opfere ich gern ein paar Stunden meiner Freizeit. Sicher haben diese Aktionen auch einen Image-Charakter. Einerseits spricht sich so schnell herum, dass die Verwaltung des Biosphärenreservates Vessertal-Thüringer Wald wirklich originelle Kinderveranstaltungen anbietet, welche man auf keinen Fall versäumen sollte. Andererseits erhöhen solche freiwilligen Aktivitäten auch die Popularität der 'Rennsteig-Hexe' allgemein. Als Vollblut-Touristikerin verdiene ich mein Geld sonst zumeist als Reiseleiterin und Gästeführerin und zu einem Viertel als Entertainerin 'Rennsteig-Hexe' ".
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Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald
Weitere Infos zu Einsatzstellen im Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald

"Freiwillige in Parks" international

USA: International Volunteers in Parks Program
Seit 1970, dem Start des Freiwilligenprogramms durch den National Park Service, sind "Volunteers in Parks" aus den US-amerikanischen Schutzgebieten nicht mehr wegzudenken. Allein im Jahr 2005 waren mehr als 130.000 Volunteers im Einsatz, die die hauptamtlichen Ranger in vielen Aufgaben, wie Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung und Forschungsprojekte, unterstützten.
Können sich auch Freiwillige aus Deutschland als "Volunteers in Parks" bewerben? Ja! Jedes Jahr setzt der National Park Service mehr als Hundert Personen aus aller Welt im International Volunteers in Parks Program ein. Die Freiwilligen werden dabei in das Parkmanagement, in Forschungsarbeiten und Umweltbildung eingeführt und lernen die tägliche Arbeit der Parks hautnah kennen. Die Parks profitieren dafür von neuen Perspektiven auf ihre eigene Arbeit und den vielen helfenden Händen und Köpfen ihrer motivierten Volunteers.
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International Volunteers in Parks Program

Termine & Sonstiges

Praktikum für die Umwelt – Praxissemester im Nationalpark statt Uni-Alltag
Die Commerzbank und EUROPARC Deutschland laden auch 2008 Studierende aller Fachrichtungen ein, für drei bis sechs Monate die Arbeit in einem Nationalpark, Naturpark oder Biosphärenreservat kennen zu lernen. Deutschlandweit stehen rund 50 Praktikumsplätze im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Verfügung. Studierende können hier Praxiserfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen und ihre Berufschancen verbessern. Die Commerzbank übernimmt die Kosten für Unterkunft und das Praktikantengehalt. Bewerbungsschluss ist der 07. Januar 2008.
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Praktikum für die Umwelt

Triologisch – Wettbewerb für engagierte Jugendliche
Gesucht: Junge Leute zwischen elf und fünfzehn Jahren, die Fragen stellen, auf Antworten drängen und selbst Verantwortung für Natur und Umwelt übernehmen – die Zukunftsscouts. Sie alarmieren die Öffentlichkeit, wenn in ihrem Dorf oder Stadtteil, ihrer Schule, in der Landschaft,… etwas schief läuft und verbessern mit mutigen Aktionen ihre Umgebung. Das kann z.B. sein, Lebensräume für seltene Tiere zu schaffen, Stromspartipps umzusetzen oder für einen Fahrradweg zu demonstrieren. Wer mindestens zu dritt ist, kann ein Team bilden und sich am Triologisch-Wettbewerb der Jugend im BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUNDjugend) beteiligen. Es winken tolle Preise, z.B. eine einwöchige Donau-Schlauchboot-Tour im Sommer 2008! Bewerbungsschluss ist der 01. Juni 2008.
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Triologisch-Wettbewerb

Impressum
EUROPARC Deutschland e.V.
Friedrichstr. 60
D-10117 Berlin
Tel.: + 49 / 30 / 288 78 82-0
Fax: + 49 / 30 / 288 78 82-16
E-Mail:
info@europarc-deutschland.de
www.europarc-deutschland.de

Der Verein ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Berlin-Charlottenburg unter der Nummer VR 21396 Nz eingetragen. Er wird vertreten durch den Vorsitzenden Herrn Guido Puhlmann.

Das Freiwilligenprogramm wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), die Heidehof Stiftung, die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt/Naturschutzfonds, die Manfred-Hermsen-Stiftung, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung sowie die BINGO!-Umweltlotterie.